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Lungenödem

Lungenödem

Das Lungenödem – Wasser in der Lunge und im Lungengewebe

Ein Lungenödem entsteht aufgrund verschiedener anderer Grunderkrankungen. Es handelt sich dabei um die Ansammlung von Wasser in Lunge und Lungengewebe. Die häufigsten Ursachen stellen in Industriestaaten Herzerkrankungen, Nierenerkrankungen und eine eingeschränkte Nierenfunktion dar. Da Herzerkrankungen weit verbreitet sind, ist auch das Lungenödem nicht selten. Ein Lungenödem kann akut oder chronisch sein. Im ersten Stadium, beim Interstitiellen Lungenödem, entsteht zunächst eine Ansammlung von Flüssigkeit im Zwischengewebe der Lunge. Gelangt die Flüssigkeit in die Lungenbläschen und Bronchien, so spricht man vom zweiten Stadium, dem Alveolärem Lungenödem. Das dritte Stadium wird als Schaumbildung bezeichnet. Hierbei ist der Stand der Flüssigkeit so hoch, dass sich Schaum bildet, der von den Betroffenen ausgehustet wird. Die so genannte Asphyxie stellt das vierte Stadium dar, bei welchem es zur unzureichenden Sauerstoffversorgung des Körpers kommt. Es folgen sowohl Atem-, als auch Kreislaufstillstand.

Ursachen eines Lungenödems im Druckausgleich der Lunge

Bei einem Lungenödem ist der Druckausgleich zwischen hydrostatischem und onkotischem Druck in der Lunge gestört. Deshalb kann die Flüssigkeit sich in Lungenbläschen und Lunge ausbreiten. Haben sich zwei Liter Flüssigkeit angesammelt, so kann die Lunge nicht mehr effizient arbeiten und die Funktion ist stark gestört. Hauptsächlich unterscheidet man Ursachen, die kardeogenen (Ursache liegt beim Herzen) oder nicht-kardeogenen Ursprungs sind Das kardeogene Lungenödem entsteht, weil das Herz eine mangelhafte Funktionalität aufweist, bei der sich das Blut von der linken Herzkammer in die Lunge zurück staut.

Das Herz ist nicht fähig, das Blut durch den Körper zu pumpen, wodurch sich der Druck auf die Lungenvenen und die Kapillaren drastisch erhöht. Dadurch wird die Flüssigkeit in das Lungengewebe und in die Lungenbläschen gepresst. Dies kann durch einen Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen und Herzmuskelentzündungen entstehen. Aber auch eine ungenügende Herzklappenfunktion oder chronischer Bluthochdruck kann ein Lungenödem herbeiführen. Zu den nicht-kadeogenen Faktoren zählen beispielsweise:

  • die Kapillargefäße sind geschädigt, wodurch sie mehr Flüssigkeit durchlassen. Dies kann durch Vergiftungen mit Reizgasen, wie etwas Chlor und Ammoniak geschehen.
  • Es kommt zu einer Unterernährung oder Lebererkrankung, wodurch die Plasmaproteine stark reduziert werden.
  • Aufgrund von Nierenerkrankungen kommt es zu vermehrter Flüssigkeitszu- oder Abfuhr.
  • Hohe Luftdruckschwankungen führen zur so genannten Höhenkrankheit.

Welche Symptome kann ein Lungenödem verursachen?

Die Krankheitsanzeichen hängen vom Stadium der Krankheit ab. Patienten leiden unter Atemnot, wobei sie sehr unruhig sind, und flach und schnell atmen. Es kommt zu husten, bei dem weißer, evtl. auch schäumendes Sekret abgehustet wird. Der Puls ist viel zu schnell und es kommt zu Anzeichen einer Unterversorgung mit Sauerstoff, wie zum Beispiel bläulich verfärbte Lippen. Beim weiter entwickeltem Lungenödem kommt es darüber hinaus zu rasselnden Geräuschen bei der Atmung.

Eine Diagnose kann durch eine körperliche Untersuchung gestellt werden. Hinweise auf ein Lungenödem geben die beschleunigte Herzfrequenz, die schnelle Atmung, Husten, Zyanose und der Befund beim Abhören der Lunge. Der Arzt kann dabei „brodelnde“ Geräusche wahrnehmen. Um das interstitielle Lungenödem kann durch eine Röntgenaufnahme festgestellt werden. Darauf sind die Wasseransammlungen zu erkennen. Ist die Diagnose Lungenödem bestätigt, muss nach dem Auslöser geforscht werden. Bei einem EKG wird ein möglicher Herzinfarkt oder eine Herzrhythmusstörung abgeklärt. Außerdem wird die Funktion des Herzens durch Ultraschall überprüft. Um das Ausmaß des Sauerstoffmangels herauszufinden, wird eine Blutgasanalyse durchgeführt. Des Weiteren werden Blutuntersuchungen oder eine Nierenfunktionsprüfung gemacht.

Therapie des Lungenödems – So kann sie gelingen

Ein Lungenödem ist lebensbedrohend, weswegen eine ärztliche Behandlung dringend erforderlich ist. Im akuten Fall müssen die Beine tief und der Oberkörper hoch gelagert werden. Die Atmung kann durch die Gabe von O² begünstigt werden. Ist die Krankheit weit voran geschritten, so kann eine Überdruckbeatmung unumgänglich sein. Die weitere Therapie hängt stets von der Grunderkrankung ab. Jede chronische Grunderkrankung muss angemessen behandelt werden. Bei einer Herzschwäche werden intravenös Medikamente verabreicht, die die Herztätigkeit anregen und den Harndrang fördern.

Bei geschwächter Nierenfunktion muss eine Dialyse oder Hämofiltration durchgeführt werden. Bei einem toxischen Ödem können Glukokortikoide inhaliert oder intravenös gegeben werden. Um die Unruhe und Furcht des Patienten zu lindern, kann der Arzt Diazepam und Morphine verschreiben.

Krankheitsverlauf bei Erkrankung an einem Lungenödem

Bei Atemproblemen sollte stets ein Arzt konsultiert werden. Das Lungenödem ist lebensbedrohend und verschlechtert sich, wenn es nicht behandelt wird. Ein Lungenödem bildet sich nicht von selbst zurück. Auch die Krankheitsanzeichen der Grunderkrankung verschlechtern sich zunehmend. Wird das Ödem nicht behandelt kommt es aufgrund der Flüssigkeitsansammlung zu einer Lungenentzündung. Um einem Lungenödem vorzubeugen müssen Grunderkrankungen rechtzeitig behandelt oder vermieden werden.

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