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Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsenkrebs – Karzinome der Schilddrüse als Erbfaktor

Der Schilddrüsenkrebs ist ein bösartiger Tumor der Schilddrüse. Dieses Karzinom tritt selten auf, nur ca. 5% aller in der Schilddrüse festgestellten Knoten sind bösartig. Je nachdem, welcher Zelltyp der Schilddrüse befallen ist, wird unterschiedlich therapiert. Ursachen für die Entstehung von Schilddrüsenkrebs können Erbfaktoren, Jodmangel und ionisierende Strahlungen sein. Beschwerden verursacht das Karzinom meist erst im fortgeschrittenen Stadium. Die Heilungsaussichten sind gut.

Die Schilddrüse liegt an der Vorderseite des Halses und hat die Form eines Schmetterlings. Ihre Aufgabe besteht in der Bildung und Ausschüttung von Hormonen, die den Stoffwechsel und das Wachstum steuern. Ca. 25% aller deutschen Einwohner haben einen oder mehrere Schilddrüsenknoten, die in den meisten Fällen ihre Ursache in einer gutartigen Neubildung von Gewebe oder Zystenbildung haben. Nur bei 5% der Betroffenen liegt Schilddrüsenkrebs vor.

Die Medizin unterscheidet zwischen unterschiedlichen Arten von Schilddrüsenkrebs. Die so genannten differenzierten Schilddrüsenkarzinome haben gute Heilungschancen, das Gewebe ist in seiner Zellstruktur noch weitgehend unverändert und der maligne Grad ist gering. Beim papillären Karzinom werden häufig Metastasen in den Lymphknoten in Schilddrüsennähe und in der Lunge (Fernmetastasen) gebildet. Der follikuläre Schilddrüsenkrebs bildet überwiegend Fernmetastasen in Lunge und Knochen aus, Lymphknotenmetastasen sind selten. Bei diesem Schilddrüsenkrebs leben ca. 80-90% der Erkrankten noch zehn Jahre nach der Behandlung.

Weiterhin gibt es die so genannten undifferenzierten oder anaplastischen Karzinome. Diese Arten des Schilddrüsenkrebs werden wiederum in spindelzellige, parenchymatöse und kleinzellige Karzinome unterteilt. Der undifferenzierte Schilddrüsenkrebs ist als weitaus bösartiger einzustufen, die Gewebeänderung ist massiver, die Heilungschancen sind gering und die meisten Erkrankten sterben innerhalb von zwei Jahren. Hier ist nur eine Linderung der Beschwerden möglich. Beim medullären Schilddrüsenkarzinom kommt es zu Lymphknotenmetastasen und Fernmetastasen in Lunge, Leber, Knochen oder Nebenniere. Dieser Schilddrüsenkrebs entwickelt sich aus den so genannten C-Zellen, die zwischen den hormonproduzierenden Zellen liegen und ein Hormon für den Kalziumstoffwechsel bilden. Die Lebenserwartung nach der Therapie ist hier unterschiedlich und abhängig vom Behandlungsverlauf.

Ist Jodmangel ein Auslöser für Schilddrüsenkrebs?

Wie bei vielen Krebsarten sind auch die Ursachen des Schilddrüsenkrebs nicht genau erforscht. Anhand des langen Beobachtungszeitraums haben sich jedoch einige Faktoren herauskristallisiert, die für ein Entstehung von Schilddrüsenkrebs verantwortlich sein können. Menschen, die in Jodmangel-Gebieten leben, haben ein um 2,3 höheres Risiko, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Ionisierende Strahlung kann ein weiterer Auslöser von Schilddrüsenkrebs sein. Dies wurde aus den Erkrankungsraten nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki, sowie bei den Überlebenden von Tschernobyl geschlossen. Auffällig ist, dass Kinder in diesen Gebieten besonders häufig betroffen waren. Kropferkrankungen bei Personen unter 50 Jahren und gutartige Adenome (Drüsentumore) können die Erkrankung an Schilddrüsenkrebs zur Folge haben. Das medulläre Schilddrüsenkarzinom ist häufig im Zusammenhang mit dem MEN-Syndrom II genetisch bedingt. Das MEN-Syndrom bezeichnet mehrfache Neubildungen von Organen, die Hormone produzieren, die meist im jungen Erwachsenenalter vorkommen.

Symptome der Erkrankung an Schilddrüsenkrebs

Solange der Tumor klein ist, verläuft der Schilddrüsenkrebs meist symptomlos und somit unbemerkt. Erreicht der Tumor eine bestimmte Größe, ist er tastbar und führt nach und nach zu einem Druckgefühl auf Speise- und Luftröhre sowie Atem- und Schluckbeschwerden. Es kann zu einer Lähmung der Stimmbänder kommen, die Heiserkeit auslöst. Weiterhin kann der Schilddrüsenkrebs Nervenbahnen schädigen und es kommt zum Horner-Syndrom. Charakteristisch hierfür sind Pupillenverengung, Wegsinken des Augapfels und herabhängendes Oberlid auf der betroffenen Seite. Geht der Schilddrüsenkrebs mit Lymphknotenmetastasen einher, fallen diese durch eine starke Schwellung und eine schlechte Verschieblichkeit auf.

Diagnose Schilddrüsenkrebs – so kann er therapiert werden

Die Diagnose des Schilddrüsenkarzinoms erfolgt meist spät. Erste Anzeichen können tastbare Knoten in der Schilddrüse sein. Durch eine Kontrolle mittels Ultraschall wird festgestellt, ob es sich bei den Knoten um Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume) oder Tumore handelt. Weiterhin wird der Allgemeinzustand der Schilddrüse beurteilt. Größe- und Gewebeänderungen können festgestellt werden. Durch eine Blutuntersuchung kann das Vorhandensein eines medullären Karzinoms festgestellt werden, da in diesem Fall eine abweichende Kalzitonin-Konzentration (für den Kalziumstoffwechsel zuständiges Hormon) vorliegt. Bei der so genannten Szintigraphie wird ein schwach radioaktiver Stoff intravenös verabreicht. Je nachdem, wie gut das Schilddrüsengewebe den Stoff aufnimmt, unterscheidet man zwischen kalten und heißen Arealen. Knoten, die sich in diesen Bereichen befinden, werden jeweils kalte oder heiße Knoten genannt. Während die heißen Areale mit erhöhter Aufnahme des radioaktiven Stoffes auf Schilddrüsenautonomie (Vergrößerung und knotige Veränderungen der Schilddrüse, meist durch Jodmangel) hinweisen, liegt bei den kalten Arealen das Vorhandensein eines Schilddrüsenkarzinoms nahe.

Die in diesen Bereichen vorhandenen Knoten werden mittels Schilddrüsen-Punktion näher untersucht. Mit Hilfe einer dünnen Nadel werden dem verdächtigen Knoten einige Zellen entnommen. Leider kann ein negativer Befund dieser Untersuchung ein Karzinom nicht vollständig ausschließen. Vor allem follikuläre Knoten sollten sicherheitshalber entfernt werden. Die nachfolgende Gewebeuntersuchung kann dann ein sicheres Ergebnis bezüglich der Art des Knotens liefern. Ist die Erkrankung an Schilddrüsenkrebs diagnostiziert, wird die Ausbreitung der Erkrankung mit Sonografie, Computertomografie, Röntgenuntersuchungen und weiteren bildgebenden Methoden festgestellt.

Es gibt verschiedene Therapien für den Schilddrüsenkrebs. Abhängig von Art und Schwere des Karzinoms werden entweder Operation, Bestrahlung oder Hormontherapie gewählt. Chemotherapie wird so gut wie nie im Zusammenhang mit Schilddrüsenkrebs verwendet, da Tumore in diesem Bereich nicht gut auf chemotherapeutische Medikamente ansprechen. Lediglich wenn Fernmetastasen vorliegen, kann eine Chemotherapie angezeigt sein. Differenzierte Schilddrüsenkarzinome werden meist durch eine teilweise oder vollständige Entfernung der Schilddrüse, sowie der umgebenden Lymphknoten behandelt. Eine anschließende Radio-Jod-Therapie kann hilfreich sein, das das verbleibende Gewebe noch zur Jodaufnahme und -speicherung fähig ist.

Das radioaktive Jod sammelt sich in den verbliebenen Schilddrüsenzellen an und zerstört diese durch die Strahlung. Nebenwirkungen können Schmerzen in der Restschilddrüse, sowie Magenschleimhaut- und Speicheldrüsenentzündung und eine erhöhte Infektanfälligkeit sein. Bei einer kompletten Entfernung der Schilddrüse müssen die Betroffen für den Rest ihres Lebens eine Hormontherapie durchführen, um die fehlenden Schilddrüsenhormone aufzunehmen.

Beim undifferenzierten bzw. anaplastischen Schilddrüsenkarzinom wird der Tumor möglichst operativ verkleinert und es wird anschließend eine perkutane Bestrahlungstherapie durchgeführt. Eine vollständige operative Entfernung ist nicht möglich, da der Tumor bereits in Nachbarorgane hineingewachsen ist. Das medulläre Schilddrüsenkarzinom wird mittels der vollständigen operativen Entfernung von Schilddrüse und Halslymphknoten bekämpft. Die anschließende perkutane Bestrahlung soll evtl. verbleibende maligne Zellen abtöten. Um Schilddrüsenkrebs vorzubeugen, ist in erster Linie auf eine ausreichende Jodzufuhr zu achten.

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