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Tuberkulose

Tuberkulose

Tuberkulose – Schwindsucht bei Kindern und Erwachsenen

Die Tuberkulose kam bis vor kurzem nur noch selten in den Industrienationen vor, inzwischen werden jedoch wieder mehr Fälle registriert. Bei der Tuberkulose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die auch als Schwindsucht bezeichnet wird. Rund zwei Millionen Menschen sterben jedes Jahr weltweit an dieser Erkrankung, welche durch die so genannten Tuberkel-Bakterien verursacht wird. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, wobei vor allem Menschen mit einem schwachen Immunsystem sehr gefährdet sind.

Die Erkrankung kann in verschiedene Phasen untergliedert werden, so dass man von einer Primärtuberkulose und einer Postprimärtuberkulose spricht. Zu Beginn bildet sich ein einzelner Entzündungsherd, der überwiegend in der Lunge angesiedelt ist. Von hier aus können sich die Bakterien nun auch auf andere Organe ausbreiten und dort, sogar Jahre später, zu der so genannten Postprimärtuberkulose führen. In diesem Stadium sind dann häufig neben der Lunge auch die Nieren, Knochen oder auch andere innere Organe von der Erkrankung betroffen.

Bei der Postprimärtuberkulose handelt es sich also um eine Erkrankung, bei welcher die Erreger im Körper erneut aktiviert werden. Somit stellt die Tuberkulose auch eine chronische Erkrankung dar. Desweiteren wird zwischen einer offenen und einer geschlossenen Tuberkulose unterschieden, wobei nur bei der offenen Variante andere Menschen mit den Erregern infiziert werden können. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr ist diese Form der Tuberkulose seit dem Jahr 2001 auch meldepflichtig. Bei einer geschlossenen Tuberkulose besteht ein Risiko von etwa 10 Prozent, dass der Erreger in den folgenden Jahren erneut reaktiviert wird.

In vergangenen Jahrhunderten war die Tuberkulose weit verbreitet und kostete zahlreiche Menschen das Leben. Im Jahr 1882 konnte Robert Koch dann endlich die Ursache für diese schlimme Erkrankung finden, nämlich das Tuberkel-Bakterium. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde die Krankheit vor allem als ein Übel der sozial schlechter gestellten Unterschicht betrachtet, da vor allem schlecht ernährte Menschen daran erkrankten. Tatsächlich befällt das Bakterium überwiegend schlecht ernährte und geschwächte Personen.

Nach dem Ersten Weltkrieg stand dann ein Impfstoff gegen Tuberkulose zur Verfügung, so dass in der Folge die Menschen regelmäßig geimpft werden konnten. Während der 70er Jahre kam es kaum mehr zu Tuberkulose-Infektionen, so dass man der Annahme war, dass die Infektion in den Industriestaaten ausgerottet werden konnte. Ein rascher Anstieg der Infektionen in den 80er Jahren hat jedoch gezeigt, dass nur die regelmäßigen Impfungen den Erreger nahezu ausgerottet hatten.

Zu der höheren Erkrankungsrate kam es auch dadurch, dass es viele Menschen aus ärmeren Länder in die Industrienationen zog, und der Erreger somit wieder eingeschleppt wurde. Rund neun Millionen Menschen erkranken jedes Jahr weltweit an einer Tuberkulose, und etwa zwei Millionen Menschen verlieren den Kampf gegen die Krankheit. Vor allem in der Dritten Welt sterben noch sehr viele Menschen an dieser Erkrankung, und in Osteuropa ist ein Großteil der Gefängnisinsassen infiziert. Besonders anfällig gegenüber den Krankheitserregern sind HIV-Infizierte, da deren Immunsystem ohnehin geschwächt ist. Zu der Risikogruppe gehören außerdem Menschen, die von Drogen oder Alkohol abhängig sind.

Ursache der Tuberkulose: Tröpfcheninfektion

Das Mycobacterium tuberculosis verursacht die Tuberkulose, nachdem es durch Tröpfcheninfektion übertragen wurde. Die Inkubationszeit bei der Tuberkulose ist extrem lang und kann sogar einige Monate betragen, meistens ist ein Ausbruch etwa ein halbes Jahr nach der Infektion festzustellen. Wer zum ersten Mal an einer Tuberkulose erkrankt, der wird anfangs nur wenige und unspezifische Symptome feststellen. Eventuell ist die Körpertemperatur etwas erhöht, der Betroffene leidet unter Appetitlosigkeit, Nachtschweiß und Husten. Wenn das Immunsystem enorm geschwächt ist, kann zusätzlich auch das Gehirn, das Rippenfell, die Milz oder die Leber befallen sein. Wenn sich die Infektion auf das Gehirn ausbreitet, kann es in der Folge zu einer Hirnhautentzündung kommen.

Welche Symptome entstehen durch eine Erkrankung an Tuberkulose?

In vielen Fällen treten keine, oder nur sehr unspezifische, Symptome auf, so dass die Diagnose nicht so leicht zu stellen ist, es kommt nicht selten zu einer Fehldiagnose. Zuerst wird der Arzt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten führen, bei dem er eventuell erste Anhaltspunkte bekommt. Anschließend kann eine Röntgenaufnahme der Lunge für mehr Aufschluß sorgen. Am wichtigsten bei der Diagnostik ist jedoch eine Bestimmung des Erregers, entweder durch Untersuchung des Hustenauswurfes, des Magensaftes, des Urins oder des Bronchial-Sekretes. Im Labor wird vor allem nach möglichen Tuberkel-Bakterien gesucht, dann wird noch eine Bakterienkultur angelegt, um ganz sicher zu gehen.

Wenn der Betroffene zwar infiziert ist, die Tuberkulose bisher jedoch nicht ausgebrochen ist, kann der Arzt auch den Tuberkulin-Test durchführen. Zu diesem Zweck wird eine kleine Menge abgetöteter Bakterien unter die Haut gespritzt. Eine Infektion mit dem Tuberkulose-Erreger ist dann wahrscheinlich, wenn sich in den kommenden 72 Stunden an dieser Stelle eine gerötete Schwellung zeigt. Auch wenn der Tuberkulin-Test negativ ausfällt, kann der Patient mit dem Erreger infiziert sein.

Therapie bei Tuberkulose während eines Krankenhausaufenthalts

Eine Tuberkulose muss immer behandelt werden, wobei verschiedene Medikamente kombiniert zum Einsatz kommen. Wenn es sich um eine infektiöse Tuberkulose handelt, muss der Patient stationär im Krankenhaus behandelt werden. Es werden immer mehrere Medikamente eingesetzt, da es sich immer auch um Erreger handeln kann, die gegenüber einem der verfügbaren Wirkstoffe resistent sind. Die Kurzzeittherapie dauert rund sechs Monate, wobei während einer zweimonatigen Initialphase besondere Medikamente gegeben werden. Die darauffolgenden vier Monate werden dann auch als Stabilisierungsphase bezeichnet, während dieser Zeit werden dem Patienten dann wiederum andere Medikamente verabreicht, um die Erreger dauerhaft abzutöten.

Wenn der Husten sehr lästig ist, kann der Arzt auch den Hustenreiz parallel behandeln. Der Körper sollte nicht zusätzlich geschwächt werden, so dass auf Alkohol und Zigaretten verzichtet werden und für ausreichend Schlaf gesorgt werden sollte. Nach erfolgreicher Therapie muss der Patient über einen Zeitraum von zwei Jahren regelmäßig von einem Arzt untersucht werden. Die Therapie muss lange genug dauern, damit auch wirklich alle Erreger zuverlässig abgetötet werden. Die verbleibenden Erreger würden eine Resistenz gegenüber den verabreichten Medikamenten entwickeln, so dass diese bei einem erneuten Ausbruch nicht mehr wirksam wären.

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